Raiffeisen
Regionalbank Mils
Auf dem Grundstück der Raiffeisenbank im Ortszentrum von Mils entsteht in unmittelbarer Nachbarschaft zur örtlichen Apotheke ein modernes Gesundheitszentrum mit fünf Facharztpraxen und einer darunterliegenden Tiefgarage.
Die topografischen Rahmenbedingungen – insbesondere die Hanglage – führten zu einer funktionalen Gliederung in zwei Baukörper, die im Erdgeschoss und in der Tiefgarage miteinander verbunden sind.
Kunde
Raiffeisen Regionalbank Hall in Tirol
Branche
Verwaltung
Standort
Mils
Planungsstart
Q2 / 2023
Start der Baumaßnahmen
Q4 / 2024
Gewerke-freie Montagebereiche für Haus- und Elektrotechnik
Q2 / 2025
Fertigstellung
Q4 / 2025
Ausgangssituation und Anforderungen
Das Bauvorhaben war durch ein knapp bemessenes Baufeld und die strengen Vorgaben des Bebauungsplanes geprägt. Gleichzeitig bestand seitens der Gemeinde Mils der Anspruch, ein möglichst leistungsfähiges und zukunftsorientiertes Gesundheitszentrum zu realisieren.
Da die Auswahl der späteren Fachpraxen zeitlich hinter dem Baufortschritt zurücklag, war bereits zu Projektbeginn klar, dass Nutzungswünsche und raumbezogene Anpassungen erst spät im Prozess erfolgen würden. Dies erforderte ein besonders flexibles und belastbares Planungskonzept.
Für das Architektenteam und placon bedeutete dies, ein multifunktionales Gebäudekonzept zu entwickeln, das die baurechtlichen Rahmenbedingungen hinsichtlich Gebäudehöhen und Grenzabständen optimal ausschöpft. Parallel war ein hocheffizientes, räumlich kompaktes Haus- und Elektrotechniksystem zu planen, das durch intelligente Vernetzung und Automatisierung spätere Änderungen und Betriebsanpassungen ohne wesentliche Eingriffe ermöglicht.


Ziele des Projekts
Die technischen und baulichen Randbedingungen erforderten eine äußerst platzsparende zentrale Anlagentechnik im Untergeschoss sowie eine optimierte Nutzung der begrenzten Installationszonen. Gleichzeitig bot die Hanglage – durch sich verändernde Dachgeometrien – punktuell große Raumhöhen, die gezielt zur Positionierung technischer Komponenten genutzt werden mussten, die andernorts nicht untergebracht werden konnten.
Darüber hinaus galt es, die beiden Baukörper energie- und medientechnisch zentral zu versorgen und gleichzeitig unterschiedliche Betriebsabläufe und Öffnungszeiten der einzelnen Praxen abzubilden. Eine fein abgestimmte, zonenbezogene Regelung war hierfür essenziell.
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Gestaltung eines hochwertigen Eingangsbereichs, der neben funktionaler Qualität auch ästhetisch und lichttechnisch anspruchsvoll ausgeführt werden sollte, um Besucherinnen und Besuchern einen einladenden ersten Eindruck zu bieten.
Vorgehensweise / Lösung
Wie in allen placon‑Projekten erfolgte die Planung frühzeitig und durchgängig in einem 3D‑gestützten digitalen Modell. Die integrierten Berechnungsmodule ermöglichten bereits in einer frühen Projektphase belastbare Aussagen zu hydraulischen, thermischen, elektrotechnischen und regelungstechnischen Parametern.
Auf dieser Grundlage konnten Varianten effizient bewertet und fundierte Entscheidungen getroffen werden. Gleichzeitig erhielten alle Projektbeteiligten präzise visuelle Darstellungen des Gebäudes und der haustechnischen Installationen, was den Abstimmungsprozess deutlich beschleunigte und die Planungssicherheit erhöhte.

Ergebnisse / Nutzen
Durch die integrale Planung von Haus- und Elektrotechnik sowie die konsequente Ausrichtung auf eine intelligente Gebäudeautomatisierung konnten selbst späte Änderungen der Nutzeranforderungen zeitnah, wirtschaftlich und ohne wesentliche Beeinträchtigungen des Bauablaufs umgesetzt werden.
So ließ sich beispielsweise die Parkraumbewirtschaftung inkl. E‑Ladeinfrastruktur flexibel erweitern. Die Photovoltaikanlage auf dem Dach – primär zur Deckung des Eigenverbrauchs ausgelegt – wurde so integriert, dass sie dynamisch zur Erhöhung der Ladeleistung der E‑Ladestationen genutzt werden kann, ohne Anpassung des öffentlichen Bezugsrechts.
Ein weiteres technisches Highlight ist die elektrisch beheizte Abfahrtsrampe zur Tiefgarage. Eine ausgeklügelte Sensorik sorgt dafür, dass die Rampenheizung ausschließlich bei tatsächlichem Bedarf aktiviert wird. Erlauben es die Witterungs- und Betriebsbedingungen, erfolgt die Energieversorgung über Solarstrom. Bereits in der Planungsphase wurde die Photovoltaikanlage detailliert simuliert, um den größtmöglichen Ertrag sicherzustellen. In Kombination mit einer intelligenten und automatisierten Steuerung wird so eine hohe Betriebssicherheit bei gleichzeitig optimiertem Energieeinsatz gewährleistet.