Placon

Kapellrestaurant am Hochjoch

Im Zuge des Umbaus des Kapellrestaurants am Hochjoch wurde das Gebäude funktional erweitert. Neben neuen Aufenthaltsbereichen wie Weinbar, Lounges, Stuben und Terrassen lag der Schwerpunkt auf dem Ausbau der Küche im 2. Obergeschoss zu einer vollwertigen Gastronomieküche. Aufgrund strenger Vorgaben des Gestaltungsbeirates blieben Gebäudehöhe, Dachform und Erscheinungsbild unverändert. Sämtliche haustechnischen Anlagen mussten vollständig in die bestehende Satteldachkonstruktion integriert werden.

Kunde

Silvretta Montafon GmbH

Branche

Gastronomie / Tourismus

Standort

Hochjoch, Schruns

Planungsstart

Q4 / 2024

Start der Baumaßnahmen

Q2 / 2025

Fertigstellung

Q4 / 2025

Ausgangssituation und Anforderungen

Die Küche im 2. Obergeschoss wurde ursprünglich als offene Küche auf einer Fläche von rund 60 m² betrieben. Im Zuge der Umbaumaßnahmen sollte eine vollwertige Gastronomieküche mit einer Gesamtfläche von ca. 150 m² realisiert werden.

Die Vorgaben des Gestaltungsbeirates hinsichtlich der landschaftsgestalterischen und architektonischen Einbindung des Gebäudes waren dabei sehr streng. Die bestehende Dachstruktur durfte nicht verändert werden, und erforderliche Luftauslässe waren optisch an die bestehende Dachhaut anzupassen. Diese Vorgaben führten dazu, dass das Satteldach in seinem gesamten Erscheinungsbild und seiner Konstruktion zu erhalten war und die notwendige Küchenzu- und abluft vollständig in die bestehende Satteldachkonstruktion integriert werden musste.

Infolge dieser Rahmenbedingungen ergaben sich äußerst beengte Platzverhältnisse, geringe Raumhöhen sowie ein stark eingeschränkter Fußbodenaufbau.

Zusätzlich stellte der Bauherr hohe gestalterische Anforderungen, insbesondere dahingehend, dass Sanitärleitungen nicht ausschließlich nach technisch optimalen Kriterien, sondern auch unter Berücksichtigung der optischen Wirkung zu führen waren.

Ziele des Projekts

Das Hauptziel des Projekts war die vollständige haustechnische Planung sowie die Fachbauaufsicht der erforderlichen Sanitäranlagen, Hygieneleitungen und Getränkeleitungen. Darüber hinaus umfasste die Aufgabenstellung die Leitungsführung der Kälteanlagen, die für den Betrieb notwendigen Küchen- und Raumlüftungsanlagen einschließlich der zugehörigen Regelungskonzepte sowie die wärmetechnische Versorgung der umzubauenden Bereiche.

Ein besonderes Teilziel stellte die Planung der Küchenlüftung für die neue Küche im 2. Obergeschoss dar. Aufgrund der Höhenlage des Restaurants sowie des zu berücksichtigenden Abendbetriebs waren dabei spezielle Anforderungen an den Vereisungsschutz der Lüftungsanlage zu berücksichtigen. Ebenso war eine Optimierung der Außen- und Fortluftführung der bestehenden Lüftungsanlagen Bestandteil der Planung. Die neu gestalteten Stuben sollten ebenfalls mit einer mechanischen Be- und Entlüftung ausgestattet werden.

Aufgrund der beengten Platzverhältnisse und der daraus resultierenden eingeschränkten Aufbauhöhen der Küchenlüftungsdecke war eine enge Abstimmung mit dem Arbeitsinspektorat ein wesentlicher Bestandteil der Aufgabenstellung.

Vorgehensweise / Lösung

Im Herbst 2024 wurden wir mit der Planung beauftragt. Im Rahmen der Grundlagenermittlung wurden die Platzverhältnisse sowie die Bestandsleitungen der bestehenden Lüftungs- und Heizungsanlagen aufgenommen und mögliche Leistungsreserven ermittelt. Aufgrund der Aufgabenstellung und der Größe der Küche zeigte sich frühzeitig, dass der Einsatz eines eigenen Lüftungsgerätes erforderlich wird.

Aufgrund der sehr begrenzten Platzverhältnisse in der zur Verfügung gestellten Lüftungszentrale fiel die Wahl auf ein Lüftungsgerät mit Hochleistungs-Kreislaufverbundsystem. Durch diese Gerätewahl konnte das Lüftungsgerät in zwei getrennte Einheiten aufgeteilt werden, wobei der Zwischenraum als Wartungsgang genutzt wird.

Der bestehende Holzdachstuhl ließ die Montage einer Überdrucklüftungsdecke nicht zu. Daher wurde ein Konzept mit einer entsprechenden Anzahl an Zuluftöffnungen gewählt, die direkt an den Zuluftkanal angebunden sind.

Bei der Auswahl der Regelgeräte sowie deren Anordnung wurde besonderer Wert auf eine einfache und gut zugängliche Wartung gelegt. Das Regelungskonzept basiert auf den Vorgaben der Küchennutzer und ist in die Bereiche Kochen und Spüle gegliedert. Es umfasst einen Basisbetrieb, einen Standard-Küchenbetrieb sowie einen Vollbetrieb bei Nutzung aller Kippbratpfannen und Grillflächen.

Für die Aufenthaltsbereiche konnten aufgrund der architektonischen und funktionalen Anforderungen keine standardmäßigen Luftauslässe eingesetzt werden. Stattdessen wurden in enger Abstimmung mit den Möbelbauern Sonderlösungen entwickelt. Auch bei der Auswahl und Anordnung der Abluftgitter wurde gezielt auf die architektonischen Anforderungen Rücksicht genommen.

Für die Warmwasserversorgung der neuen Küche und der Skibar wurde eine eigenständige, zentrale Warmwasserversorgung geplant. Durch die Trennung von bestehenden Versorgungssystemen können die erforderlichen Zapfleistungen zuverlässig abgedeckt sowie die hygienischen Anforderungen gemäß den geltenden Richtlinien eingehalten werden. Gleichzeitig wird ein energieeffizienter und wartungsfreundlicher Betrieb ermöglicht.

Die Wärmeversorgung der umgebauten Bereiche wird – wie im übrigen Gebäude – über die bestehende Lüftungsanlage sichergestellt. Die erforderliche Heizleistung wird über die Zuluft eingebracht; zusätzliche konventionelle Heizsysteme sind nicht vorgesehen, da ausreichende Leistungsreserven in der bestehenden Anlage vorhanden sind.

Ergebnisse / Nutzen

Trotz der beengten räumlichen Bedingungen, der geringen Aufbauhöhen und der strengen architektonischen Vorgaben konnte eine leistungsfähige, betriebssichere und wartungsfreundliche Haustechnik realisiert werden. Die technische Integration erfolgte unauffällig in die bestehende Gebäudestruktur und ermöglicht einen energieeffizienten, wirtschaftlichen und zukunftssicheren Betrieb auch unter alpinen Bedingungen.